Weiter­bauen am Bestand

Im Berliner Drago­ner­areal entsteht ein neues Stück Stadt. Zwischen denkmal­ge­schützten Bestands­bauten, gewach­senen Freiräumen und neuen Wohn- und Arbeits­formen entwi­ckelt unser Entwurf ein Ensemble, das Geschichte sichtbar hält und zugleich zeitgemäß weiter­denkt. Das Drago­ner­areal wird nicht überformt, sondern fortge­schrieben, als urbanes Quartier in Berlin, das Erinnerung, Alltag und Zukunft verbindet.

Die histo­ri­schen Gebäude bleiben die prägenden Elemente des Ensembles. Ihre Maßstäb­lichkeit, Struktur und Materia­lität bilden den Rahmen für die neuen Baukörper. Die Neubauten ordnen sich bewusst unter, nehmen Fluchten, Höhen und Rhythmen auf und ergänzen den Bestand präzise. So entsteht ein städte­bau­licher Zusam­menhang, der Alt und Neu nicht gegen­ein­an­der­stellt sondern mitein­ander verzahnt, ein behut­samer Beitrag zur Stadt­ent­wicklung in Berlin-Kreuzberg.

Die neuen Baukörper folgen der Logik des Ortes und den Vorgaben des Bebau­ungs­plans. Sie respek­tieren bestehende Sicht­achsen, Wegebe­zie­hungen und Raumkanten und stärken die klare Struktur des Quartiers. Zwischen den Gebäuden entstehen Höfe, Plätze und Übergangs­räume, die das Areal öffnen und durch­lässig machen. Das Drago­ner­areal wird so Teil des umlie­genden Stadt­raums, vernetzt, lesbar und zugänglich.

Einge­bettet in das städte­bau­liche Gefüge

Lageplan des Dragonerareals in Berlin. Die neuen Gebäude sind in schwarz gekennzeichnet, die restliche Umgebung in verschiedenen Grautönen.
Erdgeschoss Grundriss des Dragonerareals in Berlin. Auf der architektonischen Zeichnung erkennt man verschiedene Wohnräume.

Fassaden zwischen Indus­trie­ge­schichte und Wohnquartier

Die Fassaden greifen das indus­trielle Erbe auf und inter­pre­tieren es zeitgemäß. Eine ruhige Gliederung, ausge­wogene Fenster­formate und ein klares Fassa­den­raster prägen das Erschei­nungsbild. Balkone, Loggien und geschichtete Außen­räume schaffen Tiefe und Indivi­dua­lität. Boden­tiefe Fenster sorgen für hohe Wohnqua­lität und verbinden Innenraum und Stadt.
Materialien wie Stahl, Wellblech und robuste Metall­ober­flächen verweisen auf die Geschichte des Areals als Gewerbe- und Kaser­nen­standort. Gleich­zeitig sorgen präzise Details, zeitgemäße Konstruk­tionen und eine zurück­hal­tende Farbigkeit für Eleganz und Dauer­haf­tigkeit. Begrünte Fassaden verbessern das Mikro­klima und verknüpfen Archi­tektur und Freiraum.

Erdge­schosszone als öffent­licher Raum

Das Erdge­schoss bildet die Schnitt­stelle zwischen öffent­lichem Stadtraum und privatem Wohnen. Gewer­be­flächen, Ateliers und gemein­schaft­liche Nutzungen öffnen sich zum Platz und beleben das Quartier. Trans­pa­rente Fassaden schaffen Einblicke und fördern soziale Inter­aktion. Ein robuster Stadt­sockel gibt den Gebäuden Halt und klare Adressen. Die Eingänge orien­tieren sich zu den zentralen Freiräumen und stärken die Identität des Quartiers.

Konstruktion – robust, flexibel, nachhaltig

Die Bauweise verbindet Langle­bigkeit mit Anpas­sungs­fä­higkeit. Ein massiver Sockel trägt modular aufge­baute Oberge­schosse in Skelett­bau­weise. Vorge­fer­tigte Decken­ele­mente reduzieren Ressour­cen­ver­brauch und Bauzeit. Außen­wände aus Holzbau­ele­menten verbessern die CO₂-Bilanz und treten in einen bewussten Dialog mit der indus­triell geprägten Fassa­denhaut. Nachhal­tiges Bauen wird nicht als Zusatz verstanden, sondern als integraler Bestandteil der Archi­tektur.

Erschließung und Mobilität

Ein zentraler Platz organi­siert Ankunft und Orien­tierung im Quartier. Die Wege sind klar, übersichtlich und barrie­refrei. Wohnen, Gewerbe und Ateliers verfügen über eigen­ständige Zugänge. Eine Fahrrad­treppe und großzügige Fahrrad­ab­stell­räume fördern nachhaltige Mobilität und passen zum urbanen Lebensstil im inner­städ­ti­schen Berlin.

Piktogram des Sockels des Dragonerareals in Berlin. Das Erdgeschoss ist ein Ort des Zusammenkommend. Auf dem Bild sieht man viele verschiedene Menschen die unterschiedliche Sachen machen.
Axometrie des Dragonerareals in Berlin. Architektonische Zeichnung von den neuen Gebäuden und wie sie sich in die Umgebung einschließen.

Das Wohnan­gebot im Drago­ner­areal ist vielfältig: kompakte Apart­ments, Famili­en­woh­nungen und Cluster­woh­nungen bieten Raum für unter­schied­liche Lebens­ent­würfe. Alle Wohnungen verfügen über private Außen­räume in Form von Balkonen oder Loggien und sind optimal belichtet. Wohnen wird hier als Teil des urbanen Lebens verstanden, offen, gemein­schaftlich und zugleich privat.

Wohnen im Drago­ner­areal

Anpas­sungs­fähig für die Zukunft

Die Tragstruktur ermög­licht flexible Grund­risse und Nutzungs­än­de­rungen. Wohnungen können zusam­men­gelegt oder umgestaltet, Gewer­be­flächen angepasst werden. Das Quartier bleibt wandelbar und reagiert auf zukünftige Bedürf­nisse.

Begrünte Fassaden, Reten­ti­ons­dächer und durch­lässige Freiräume verbessern das Stadt­klima im Drago­ner­areal. Regen­wasser wird gespei­chert, Oberflächen gekühlt und Biodi­ver­sität gefördert. Archi­tektur, Freiraum und ökolo­gische Systeme greifen inein­ander und schaffen ein nachhal­tiges, lebens­wertes Quartier in Berlin.

Alle Gebäude sind barrie­refrei erschlossen. Ein- und Zweizim­mer­woh­nungen sind vollständig barrie­refrei, größere Einheiten teilweise entspre­chend ausgelegt. Das Drago­ner­areal wird so zu einem inklu­siven Wohnquartier für unter­schied­liche Genera­tionen und Lebens­formen.

Barrie­re­freiheit und Teilhabe

Architektonischer Schnitt des Projekts Dragonerareal in Berlin. Das Gebäude wird in einer Ostansicht gezeigt.
Standort
Berlin
Typ
Wohnen
Auftraggeber:in
WBM Wohnungs­bau­ge­sell­schaft Berlin-Mitte mbH
Zeitraum
2025
Leistung
Entwurf (Wettbewerb 1. Preis)
Projekt­stand
Entwurf
Visua­li­sierung
&MICA

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