In unserem Entwurf geht es um Respekt und Zukunft. Er verbindet historische Bausubstanz mit zeitgemäßer Nutzung. Er verbindet Stadt und Hofgarten. Er verbindet verschiedene Fakultäten mit kurzen Wegen. Er verbindet Studierende, Lehrende und Besucher:innen. Und er verbindet Tradition mit Innovation für eine moderne Universität, die ihre baugeschichtliche Würde trägt.

Ein Schloss für die Zukunft
Das ehemalige Kurfürstliche Schloss ist seit 1818 das Herzstück des studentischen Lebens in Bonn. Das prägende Bauwerk liegt eingebettet zwischen Altstadt und Hofgarten, an der Achse zum Poppelsdorfer Schloss. Ein Aushängeschild der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität.
Unser Ziel: Mit wenigen, bewusst gesetzten Eingriffen das größtmögliche Ergebnis erzielen. Eine Universität, die ihre lange baugeschichtliche Tradition mit Würde trägt und zugleich den Anforderungen moderner Lehre entspricht. Die neue Erschließung öffnet das Gebäude zum Stadtraum, schafft Durchlässigkeit und lässt repräsentative Räume entstehen. Barrierefrei, übersichtlich und zukunftsfähig.
Respektvoller Umgang mit dem Bestand ist die Grundlage unseres Entwurfs. Wir folgen den Leitlinien der Charta von Venedig und fügen dem Gebäude ablesbar eine neue Zeitschicht hinzu. Die Gebäudekontur und Außenwirkung bleiben unverändert. Notwendige Ergänzungen setzen wir so effektiv und zugleich behutsam wie möglich ein.
Die markantesten Eingriffe konzentrieren sich auf den westlichen Gebäudeteil und treten nach außen kaum in Erscheinung. Die lichtdurchfluteten Überdachungen von Lichthof und Blumenhof, der Höhenausgleich, die behutsame Aufstockung. Die Aufstockung übernimmt die historische Dreigeschossigkeit. Das neue Glasdach des Blumenhofs nimmt mit seiner zeitgemäßen Interpretation Bezug auf das historische Vorbild.
Zeitschichten, die man ablesen kann


Erschließung: Zwei Achsen, unzählige Verbindungen
Zwei zentrale Achsen durchziehen das Gebäude wie Lebensadern. In Nord-Süd-Richtung entsteht durch die großzügige Öffnung des Hofgartenportals eine attraktive, barrierefreie Verbindung zwischen Stadt und Hofgarten. Durchlässigkeit, die einlädt. In Ost-West-Richtung schaffen wir eine Achse der kurzen Wege: Vom Arkadenhof über den neu gestalteten Lichthof zur Blauen Grotte und weiter zu den angrenzenden universitären Nutzungen.
Der Lichthof, heute ein unattraktiver Wirtschaftshof, wird zum strahlenden Zentrum. Überdacht und lichtdurchflutet verbindet er sich mit dem historischen Foyer zu einem ansprechenden Entree. Zwischen Arkadenhof, Foyer und Lichthof entsteht ein repräsentativer Rahmen mit großer Flexibilität für unterschiedlichste Nutzungen.
Das Prinzip des Rundgangs aus dem Arkadenhof übertragen wir konsequent auf alle Geschosse als umlaufenden Erschließungsflur. Horizontaler Umlauf trifft auf vertikale Erschließung. Ein klares, übersichtliches System. Jeder Erschließungsraum erhält durch Farbigkeit und formale Ausgestaltung seinen eigenen Charakter. Orientierung wird zur Selbstverständlichkeit.
Alle Bereiche werden uneingeschränkt barrierefrei zugänglich. Höhendifferenzen gleichen wir behutsam aus, verbleibende Sprünge verbinden wir über Rampen und Treppen. Acht Aufzugsanlagen erschließen das Gebäude vertikal. Leicht auffindbar, gekoppelt an die Treppenhäuser. Vier davon liegen an den Ecken des zentralen Rundgangs wie Wegweiser durch das Schloss.
Barrierefreiheit: Selbstverständlich für alle


Räumliche Organisation: Wo alles zusammenläuft
Über den Arkadenhof betreten Studierende, Lehrende und Gäste das zentrale Foyer. Der repräsentative Auftakt ihres Besuchs. Um den Arkadenhof gruppieren sich die öffentlichen Nutzungen: das Studierendenzentrum als erste Anlaufstelle, das Bistro als studentisches Café mit Freisitzen, die sich zum Arkadenhof, Ehrenhof und zur Blauen Grotte öffnen.
Die Veranstaltungsräume verteilen sich an zwei zentralen Stellen und stärken den Campus-Charakter. Studentische Arbeitsräume liegen zentral an den Erschließungskernen. Leicht zu finden, nah an Hörsälen und Seminarräumen. Logische Nachbarschaften entstehen: Fakultäten grenzen aneinander, Funktionen liegen dort, wo sie gebraucht werden.


Museum und Schlosscafé: Kultur verbindet
Die exponierte Lage am Hofgarten macht den Kaiserplatzflügel zum idealen Ort für die drei Museen. Ein separater Eingang öffnet die Sammlung auch abseits des Studierendenalltags für die Öffentlichkeit.
Die neue Überdachung des Blumenhofs schafft einen großzügigen, natürlich belichteten Raum für das Ägyptische Museum. Eine Neuinterpretation des historischen Glasdachs. Hier können Vorträge stattfinden, Konzerte erklingen, Empfänge Menschen zusammenbringen. Die Museen werden zum festen Bestandteil sowohl der universitären Lehre als auch des Bonner Stadtlebens.
Das Schlosscafé bildet die Schnittstelle zwischen Studierenden und Öffentlichkeit. Die großzügige Terrasse zum Hofgarten lädt zum Verweilen ein.
Wir bauen nicht neu, wir bauen weiter. Die behutsamen Eingriffe in die Bestandsstruktur sind nachhaltig und wirtschaftlich. Unser Klima- und Energiekonzept setzt auf passive Maßnahmen: Die Fenster werden denkmalgerecht ertüchtigt, die massive Gebäudekonstruktion speichert Wärme und Kälte, Nachtlüftung ersetzt mechanische Kühlung.
Eine Grundwasser-Wärmepumpe versorgt das Gebäude mit Energie. Auf den Dachflächen und im Glasdach des Lichthofs erzeugen Photovoltaik-Module rund 280 MWh pro Jahr. Etwa 30 Prozent des Energiebedarfs aus Sonnenlicht. Regenwasser versickert in Rigolen, bewässert den Hofgarten, wird in Zisternen gesammelt. Ressourcen werden geschont, Kreisläufe geschlossen.
Neue Dachkonstruktionen entstehen in Holzbauweise. Baubuche trägt die gläsernen Dächer von Lichthof und Blumenhof. Die Verglasung kombiniert Sonnenschutz mit Energiegewinnung. Natürliche Belüftung, hohe Raumhöhen, öffenbare Fenster. Das Gebäude atmet.
Nachhaltigkeit: Zukunft im Bestand
Die denkmalgeschützten Räume bleiben als Zeugen ihrer Zeit erhalten. Säulenhalle, Schlosskirche, Treppenhäuser, Aula. Das neue Erschließungskonzept strukturiert den Gesamtkomplex klar und übersichtlich.
Büro- und Kommunikationsflächen folgen dem Konzept New Work: flexible Arbeitsräume für den Wissensaustausch. Ein Raummöbel wie ein Regal nimmt Teeküchen, Einzelbüros, Besprechungsräume auf. Gegenüber: offene Flächen. Jede Fakultät erhält zur Orientierung eine eigene Farbigkeit. Im Hauptflügel dominiert Grün an Türrahmen und an der skulpturalen Treppe im Lichthof.
Vorhandene Bodenbeläge bleiben erhalten. Neuer Terrazzo in den Verkehrsbereichen, Parkettholzböden in Seminar- und Büroräumen ergänzen den Bestand. Neue Materialien sind ablesbar und zeitlos. Der Dialog zwischen Alt und Neu wird sichtbar, spürbar, begehbar.
Die denkmalgeschützten Räume bleiben als Zeugen ihrer Zeit erhalten. Säulenhalle, Schlosskirche, Treppenhäuser, Aula. Das neue Erschließungskonzept strukturiert den Gesamtkomplex klar und übersichtlich.
Büro- und Kommunikationsflächen folgen dem Konzept New Work: flexible Arbeitsräume für den Wissensaustausch. Ein Raummöbel wie ein Regal nimmt Teeküchen, Einzelbüros, Besprechungsräume auf. Gegenüber: offene Flächen. Jede Fakultät erhält zur Orientierung eine eigene Farbigkeit. Im Hauptflügel dominiert Grün an Türrahmen und an der skulpturalen Treppe im Lichthof.
Vorhandene Bodenbeläge bleiben erhalten. Neuer Terrazzo in den Verkehrsbereichen, Parkettholzböden in Seminar- und Büroräumen ergänzen den Bestand. Neue Materialien sind ablesbar und zeitlos. Der Dialog zwischen Alt und Neu wird sichtbar, spürbar, begehbar.